Immobilien-Spekulation in Innsbruck hat Hochkonjunktur

Innsbruck – Kleinwohnungen in Studentenstädten sind begehrt: Singles, Studierende und junge Paare suchen ständig nach einer passenden Bleibe. So auch in Innsbruck. Der Immobilienmarkt ist eng, die Preise explodieren. Weil dahinter auch ein lukratives Geschäftsmodell steckt: Anlegerwohnungen.

Immobilieninvestoren machen den jungen Menschen Konkurrenz, weil sie die Wohnungen vergolden wollen: Die Immobilien werden als klassische Investments angeboten. Man wohnt nicht selbst darin, sondern lukriert aus den Mieteinnahmen zusätzliche Einkünfte. Angesichts niedriger Zinsen gelten Immobilien derzeit als gefragte Anlagen.

Dadurch steigen die Mietpreise am freien Markt in Innsbruck auf bis zu 17,7 Euro/m², die Quadratmeterpreise für Wohnungen betragen im Durchschnitt 5800 Euro. Gezielt durchforsten deshalb Immobilien-Spezialisten die Grundbücher nach bevorzugten Wohnobjekten. Das sind auch Anlagen, die seinerzeit von einer gemeinnützigen Bauvereinigung errichtet wurden. Ein Fall in Innsbruck zeigt auf, wie Anlegerwohnungen zusammengekauft werden.

Vor wenigen Monaten wurde in Innsbruck eine Kleinwohnung in der Nähe der Universität zu einem relativ moderaten Preis erworben. Plötzlich flattert ein Brief ins Haus. Da meldet augenscheinlich eine Privatperson „mit freundlichen Grüßen“ Interesse an der Wohnung an. „Ich bin auf der Suche nach einer Wohnung in Ihrem Haus. Möchten Sie vielleicht Ihre Wohnung verkaufen?“, heißt es in dem Schreiben. Egal, ob sanierungsbedürftig oder vermietet, gerne könne man die Immobilie anbieten.